Frühe Einbindung lohnt sich

Wilfried Schmahl, Geschäftsführer bei der STRABAG Property and Facility Services GmbH und stellvertretender Vorsitzender der GEFMA e.V. über die Bedeutung von Baubegleitendem Facility Management.

„Je früher, je besser“ – das gilt auch im Hinblick auf die Einbindung des Facility Managers in die Planungs- und Bauphase von Immobilien. Durch dieses frühzeitige so genannte Baubegleitende Facility Management werden Kosten, die im Betrieb und durch Instandhaltung der Immobilie über den gesamten Lebenszyklus entstehen, erkannt und können gezielt minimiert werden. Die so erzielten Einsparungen im laufenden Betrieb machen die Mehrkosten durch baubegleitendes Facility Management mehr als wett.

Kosten für die Bewirtschaftung, den Betrieb und die Instandhaltung von Immobilien rücken zunehmend in den Fokus – sowohl für Investoren und Projektentwickler, die bei der Vermarktung der Immobilien Kostenstruktur und Kerngeschäft des Nutzers berücksichtigen müssen, als auch bei den Nutzern selbst, weil die Bewirtschaftung unmittelbaren Einfluss auf deren Kerngeschäft und Gewinnerwartung hat. Nur rund 20 Prozent der Gesamtkosten einer Immobilie sind reine Investitionskosten, der Rest, bis zu 80 Prozent, sind Betriebskosten, die über ihren gesamten Lebenszyklus anfallen. Umso erstaunlicher ist es, dass Bauherren oft mit viel Energie die letzten Zehntelprozentpunkte bei der Vergabe unterschiedlicher Gewerke in der Planungs- und Bauphase herauszuholen versuchen, während sie 80 Prozent der Gesamtkosten irreversibel in der Planungsphase festlegen. Und das, obwohl hier das deutlich größere Einsparpotenzial liegt.

Die Kostenlegung für die späteren Betriebskosten erfolgt in der Planungsphase – ein wesentlicher Aspekt, der eindeutig für den Nutzen des Baubegleitenden Facility Management spricht. Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bzw. die Lebenszyklus-Rechnung macht deutlich, dass kurzfristige Effekte bei den Baukosten oft unverhältnismäßig hohe Folgekosten nach sich ziehen.

Angesichts der Höhe der Kosten für die spätere Nutzungsphase können die Weichen deshalb nicht früh genug gestellt werden. Das Facility Management kann hierbei eine wichtige Rolle spielen – wenn es denn in den Planungsprozessen eingebunden ist und seine Anforderungen frühzeitig platzieren kann. Genau hier setzt das Baubegleitende Facility Management ein, das immer mehr zu einem festen Bestandteil der angebotenen Consultingleistungen auf dem FM-Markt wird. Im Sinne eines integralen ganzheitlichen Ansatzes, was umfassend und effektiv nur in der Planungsphase möglich ist, wird die Immobilie dabei über den gesamten Lebenszyklus von einem erfahrenen Gebäudemanager betrachtet. Dieser unterstützt dabei, dass vor allem in der Gebäudeentwicklungs- und planungsphase vorkommende Chancen zur Reduzierung von Betriebskosten erkannt und sinnvoll umgesetzt werden.

Den ausführlichen Artikel, erschienen im FAZ Jahrbuch Facility Management 2014, und die Schilderung der Umsetzung von Baubegleitendem Facility Management im MEANDRIS, dem neuen STRABAG Konzernhaus im Frankfurter Europaviertel, lesen Sie hier.

 

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