Innovationen im FM
(oder: Der FM-Markt hat Appetit auf Innovation)

Die FM-Messe ist gelesen…, will sagen, die FM-Messe und damit verbunden, viele interessante Gespräche sind schon wieder einige Tage oder gar Wochen her.
Was bleibt sind neue Kontakte, neue Projekte. Auch neue Ideen?
Hierüber haben Referenten und Teilnehmer innerhalb des Forumprogramms „FM 2020: Ideen – Initiativen –Innovationen“ im Facility Management diskutiert.

FM 2020: Ideen - Initiativen –Innovationen

FM 2020: Ideen – Initiativen –Innovationen

Wer ergreift Initiative? Und welche der Initiativen sind denn aus wessen Sichtweise innovativ?

In der vergangenen Dekade hat sich das Facility Management professionalisiert, hat sich Form und Gestalt gegeben, kann sich zwischenzeitlich gegenüber anderen Branchen klar abgrenzen. Gegenüber dem jeweiligen Nutzer bzw. Kunden wird an der Abgrenzung aber weiterhin kontinuierlich gearbeitet, versuchen wir doch uns immer stärker mit Kerngeschäft unserer Kunden zu verzahnen. Wie „gut“ die Branche dabei ist, dafür gibt es unterschiedlichste Bewertungs-, Reifegrad- oder Zertifizierungsmodelle. Und wer geht im Facility Management dabei initiativ vor? Sind es die Nutzer bzw. die Services Nachfragenden? Sind es die Services Anbieter?

Die Services-Anbieter haben es verstanden initiativ durch zunehmende Technisierung und Automatisierung ihre internen und operativen Abläufe zu optimieren aber auch ihre organisationsrechtlichen Verantwortungsübernahmen im Rahmen der Leistungserbringung so zu gestalten, dass sie den wirtschaftlichen Anforderungen der Nutzer entsprechen können.

Dies prüfen beide Seiten nur allzu häufig in Ausschreibungsverfahren gegenseitig ab. Somit „treiben“ also die Nachfragenden durch ihre stetig wachsenden Anforderungen nach immer günstigeren, qualitativ ansprechenderen, flexibleren und insbesondere auf ihre kundenindividuelle Rahmenbedingung passendere Lösung die Anbieter zu immer neuen Betrachtungs- und Lösungsansätzen.

Ist das innovativ?

Sicherlich sind die Optimierungsbestrebungen der Dienstleister und das Treiben durch den Nachfragenden wesentliche Bestandteile der Marktentwicklung. Aber ist die Branche nicht reif genug, aus den Erfahrungen zu lernen? Sind Anforderungen der Nachfragenden nicht auch außerhalb der eigenen, ausschließlich internen  Prozesse der Dienstleister zu betrachten? Müssen wir uns nicht lösen von kleinteiligen Leistungsvereinbarungen, uns  zum Dienstleistungspartner auf Augenhöhe entwickeln – der die Kundenprobleme kennt und hierfür individuelle Lösungen proaktiv anbieten kann? Warum kann der Kunde noch immer nicht den Erfahrungs-Benchmark des Dienstleisters einkaufen? Dieser müsste doch das Know-How aus vielen Objekten und Verträgen auswerten und für den Nachfragenden, der in der Regel mit deutlich begrenzteren Vergleichsmöglichkeiten ausgestattet ist, in risikobewertete Lösungsansätze formen. Wenn diese systematische Beschäftigung mit Kunde und Erfahrung für den Kunden sichtbar werden soll, muss die FM-Branche ein Produktverständnis für ihre Leistungen entwickeln. Darin liegt für die Branche die Innovation und für den Kunden der damit verbundene Mehrwert systematischer Problemlösung.

Janke Papenfuß & Dr. Martin Soboll

Janke Papenfuß & Dr. Martin Soboll

Andere Branchen machen es vor:
Nahrung aufnehmen müssen alle. Also nicht Gewürze, Nudeln und Gemüse verkaufen, sondern die fertige „Tütensuppe“? Oder gar ein Schritt weiter – nicht die Tütensuppe sondern die zum Verzehr fertige Speise einer wohltemperierten, ansprechend zubereiteten Suppe? Das hieße übersetzt: nicht nur Reinigung, Bewachung oder Wartung zu verkaufen sondern Quadratmeter bewirtschaftete Fläche oder sogar komplette Flächen, fertig mit Möblierung und Ausstattung zur Nutzung anzubieten?!  Eine Basis dafür kann der Ansatz der integralen Prozessverantwortung bieten. Dessen Grundverständnis angewendet auf eine branchen- und kundenspezifische Lösung kann ein interessantes Kochrezept bieten.

In solche Produktentwicklungen einzusteigen und proaktiv als Anbieter die Branche bzw. die Nische suchen, für die man das beste Rezept hat oder in der man gar der beste Koch ist. Natürlich es gibt auch Nachahmer und Heimköche und mit der Zeit werden die Produkte auch im Discounter angeboten. Dann verliert das mit Mühe entwickelte Produkt an Attraktivität. Was soll´s? Dann kreieren wir eben ein neues Gericht. Die Möglichkeiten der Dienstleistungen sind derart umfangreich, wie es uns andere Konsumgüter in Läden oder Varianten an Speisekarten in Restaurants vormachen.

Ist das so innovativ, dass es schon Phantastereien sind? Ich denke nein. Am Markt sehen wir die ersten FM-Produkte an Form gewinnen. Aber das Angebot ist noch übersichtlich. Um den Hunger zu stillen, muss der Nachfragende noch sehr genau suchen.

Initiativ ist, die Chance zu ergreifen, seinen Mehrwert zu suchen, zu formulieren. Innovation ist, seine Leistung dem Kunden als Produkt sichtbar zu machen.

Der Appetit ist da …Und wir helfen beim Kochen.

 

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