FM im Gesundheitswesen: Strategischer Partner statt Dienstleister

Im Gesundheitswesen rücken die Facility-Management-Leistungen immer näher an die Kernprozesse heran. Denn mit dem steigenden wirtschaftlichen Druck ist in den Krankenhäusern die Bereitschaft gewachsen, dem FM komplexere Leistungen zu übertragen. Diese veränderte Nachfrage kommt der Philosophie des FM hinsichtlich einer integralen Prozessverantwortung entgegen und stützt den Ausbau des Leistungsspektrums. Neben den operativen Leistungen ist das FM im Krankenhaus heute als strategischer Partner gefordert, die Sekundär- und Tertiärleistungen durch seine Beratung zu professionalisieren und zu optimieren.

Die Kernkompetenz und -aufgabe eines Krankenhauses ist es, seine Patienten medizinisch zu versorgen. Dabei lassen sich drei Leistungsbereiche unterscheiden: Die Primärleistung umfasst die Behandlung und Pflege, die Sekundär- und Tertiärleistungen sind FM-Leistungen. Die sekundären Leistungen unterstützen den Primärbereich diagnostisch, therapeutisch oder medizintechnisch. Zu den Tertiärleistungen zählt das Gebäudemanagement als Teil des infrastrukturellen, technischen und kaufmännischen FM. Noch vor gut zehn Jahren ging es für das FM im Gesundheitswesen vor allem darum, die Krankenhäuser im Sekundär- und Tertiärbereich zu entlasten und so für den Kunden Handlungsfreiheit im Kerngeschäft zu schaffen. Diese „trennende“ Sicht ist heute nicht mehr zielführend, denn modernes FM ist viel mehr geworden: Eine eng verzahnte Leistung zwischen Dienstleister und Auftraggeber mit dem gemeinsamen Ziel, im Gesundheitsmarkt zu bestehen.

FM-Dienstleistungsbreite_Gesundheitswesen

Je näher sich die FM-Leistungen zum Kerngeschäft des Krankenhauses (symbolisiert durch das rote Kreuz) hin entwickeln, desto enger ist auch die Verzahnung.

In den letzten Jahren haben sich die FM-Leistungen im Gesundheitswesen stärker hin zum Kerngeschäft entwickelt und die Verzahnung zwischen Dienstleister und Auftraggeber ist immer enger geworden. So weiteten sich beispielsweise bei FAC’T die Bereiche Medizintechnik, Nachrichten- und Kommunikationstechnik durch die Nutzung von Synergien zur Medizintechnischen Prozess- und Geräteplanung aus. In den Jahren 2004 und 2005 kamen immer mehr IT-Technik-Dienstleistungen bis hin zum Betrieb von Rechenzentren für die Kunden hinzu. Auch die Dienstleistungen in der IT wurden in den folgenden Jahren weiter ausgebaut.

Die Entwicklung von der operativen Leistungsübernahme zur Beratung für Sekundärleistungen hat sich auch bei den strategischen Leistungen vollzogen. Um beispielsweise sowohl die Lebenszykluskosten eines Gebäudes als auch Dienstleistungen, die die Kernprozesse des Krankenhauses unterstützen, wirtschaftlich zu optimieren, sollte das FM so früh wie möglich in die Planung der Kernleistungsprozesse einbezogen werden. Das FM muss die Kernleistungsprozesse verstehen und die Schnittstellen bzw. Ansatzpunkte der unterstützenden Leistungen erkennen. Folgende Fragen sind dabei elementar: Wie lässt sich der Kernprozess mit anderen Prozessen verbinden? Welche Qualifikation wird für welche Tätigkeit benötigt und wer sollte diese erbringen? Wo sollte der Prozesse im Sinne einer bestmöglichen Betriebsorganisation stattfinden?

Konkret bedeutet das: Das FM sollte die Gerätetechnik (Medizintechnik) eines Krankenhauses im engen Dialog mit dem Anwender planen und dabei die Folgekosten berücksichtigen. Ausschlaggebend für die Planung sind die Bedürfnisse des Anwenders, die strategische Ausrichtung des Hauses sowie die notwendige Verfügbarkeit der Geräte. Bei der Gebäudeplanung sollte das FM auf Basis der mit dem Anwender abgestimmten Prozesse die benötigten Räume und deren Lage zueinander in einem Raumbuch definieren. Anhand dessen plant der Architekt das Gebäude. Um auch den zukünftigen Leistungsanforderungen gerecht werden zu können, sollte auf Basis der strategischen Ausrichtung in Abstimmung mit dem FM eine bauliche Zielplanung vorliegen.

Die Erfahrung zeigt, dass Auftraggeber und FM-Dienstleister nur dann wirklich erfolgreich sind, wenn sie ihre Prozesse verzahnen und sich auf ein gemeinsames Ziel einigen: die Gesamtprozesse zu optimieren. Genau aus diesem Grund sollte der Auftraggeber das Facility Management als strategischen Partner möglichst früh in die Planung einbeziehen.

Ein Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen und Herren

    Wir benötigen einen Planungspartner für das strategische FM in einem Krankenhaus
    Dankenn1

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