Themen

Wenn die Branche ein innovatives Produkt für ihre Kunden entwickelt, bedeutet das gemeinsame Expertenarbeit statt Konkurrenzdenken!

Kernprozesse mit unterstützenden Systemdienstleistungen optimal zu verzahnen – so lautet der Anspruch, für den das ipv®-Zertifikat steht. Für das Produkt Systemdienstleistung hat der Arbeitskreis ipv®daher Werkzeuge und Standards zu folgenden Themen entwickelt:

  • Vertragsmodell
    Empfehlungen für ergebnisorientierte Werksverträge, die anders als klassische Dienstverträge Zielidentität schaffen. Der ipv®-Standardvertrag wurde 2005 vom Bundeskartellamt als Verbandsempfehlung deklariert.
  • Wertschöpfung
    Dienstleistung für die Dienstleister: Wie viel Leistung kann ein Systemdienstleister auf einen Nachunternehmer übertragen, ohne dabei seine Rolle als sicherer Übernehmer von Risiken und Verantwortung zu verlieren? In diesem Themenbaustein ist erläutert, welche Eigenleistungstiefe nötig ist, wenn ein Dienstleister Betreiberpflichten übernimmt.
  • Contracting
    Auch wenn ein Facility Management-Unternehmen Contracting-Leistungen anbietet, ist damit eine rechtliche, technische und wirtschaftliche Verantwortungsübernahme verbunden. In Deutschland tritt dieser Fall häufig ein, wenn Dienstleister Aufgaben in  Energieerzeugung und Energiemanagement beim Kunden übernehmen. Dabei kann es sich sowohl um die Übernahme als auch um eine  Neuerrichtung von Anlagen handeln, die in ein Anlagen-, Liefer- oder Einsparcontracting eingebunden sind. Der Dienstleister verpflichtet sich über eine meist durch die Amortisationszeit der Investition begründete Vertragslaufzeit, entsprechende Qualitäten und Mengen an Energie zu definierten Konditionen bzw. Einsparzielen bereitzustellen. In diesem Sinne ist eine Contracting-Leistung eine ergebnisorientierte Systemdienstleistung im Facility Management-Markt und erfüllt sämtliche Kriterien dieser komplexen Leistungsbeziehung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Qualifizierte Contracting-Unternehmen verfügen über Arbeitsweisen und Werkzeuge, die im  ipv®-Zertifikat als Befähigungsnachweis für die Risikoübernahme durch den Dienstleister gefordert werden. 

Systemdiensleistungs Prozess

  • Ausschreibung
    Für eine revisionssichere Vergabe komplexer Facility Management-Leistungen hat der Arbeitskreis ipv® einen Ausschreibungsleitfaden entwickelt, der sicher durch den Vergabeprozess führt. Er enthält Empfehlungen für wichtige Schnittstellen zwischen Dienstleistung und Kernprozessen. Von diesen Schnittstellen aus  übernimmt das Facility-Management-Unternehmen die Komplettverantwortung für die Arbeitsergebnisse – auch von Nachunternehmern. Die bestehenden unterschiedlichen Verfahrensanforderungen der privaten Wirtschaft und des öffentlichen Sektors werden in den GEFMA-Richtlinien 960 und 961 abgebildet.
  • Mitarbeiterqualifikation
    Wie kompetent ein Facility Management-Systemdienstleister seine Aufgaben erfüllt, hängt entscheidend von den Mitarbeitern ab. Sie müssen die entsprechenden Arbeitsweisen und Prozesse beherrschen und gezielt für ihre jeweilige Rollen in solchen komplexen Leistungsbeziehungen qualifiziert werden. Deshalb haben die ipv®-Unternehmen  Anforderungsprofile für die unterschiedlichen Verantwortungsbereiche und die entsprechenden Stellen entwickelt. So können Dienstleister ihren Kunden nachweisen, dass qualifiziertes Personal zum Einsatz kommt und ihre Auftraggeber in der Wahrnehmung ihrer Kontrollpflichten unterstützen. Zudem dienen die Profile als Basis für die Bewertung und Weiterentwicklung der Leistungen, die die Mitarbeiter erbringen. Die Anforderungsprofile werden durch detaillierte Checklisten zu den aktuell erforderlichen Qualifikationen ergänzt.Mit der Richtlinie für die Hochschulausbildung zum Fachwirt Facility Management wurde zum Beispiel der entsprechende Studiengang aktualisiert.